Die Bilder machten Gefühle von Angst, Hoffnungslosigkeit, aber auch Überlebenswillen sichtbar und ergänzten die historischen Fakten um eine emotionale Ebene. In weiteren Museen setzten wir uns mit politischen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auseinander, die in Interviews von ihrem Widerstand gegen die nationalsozialistische Führung berichteten. Sie schilderten ihre Proteste, ihre Unterstützung für Verfolgte und Gefangene sowie die Risiken, denen sie sich aussetzten. Diese Berichte zeigten uns, dass es trotz des diktatorischen Systems Menschen gab, die Mut bewiesen und sich gegen Unrecht stellten. Das hat uns besonders beeindruckt und zum Nachdenken über Zivilcourage in der heutigen Zeit angeregt. Auch der Besuch einer Synagoge gehörte zu unserem Programm. Dort erfuhren wir mehr über das jüdische Leben vor dem Holocaust, religiöse Traditionen und die Bedeutung der Synagoge als Ort der Gemeinschaft. Uns wurde bewusst, wie reich und vielfältig das jüdische Leben war – und wie viel davon durch die Verfolgung und Vernichtung zerstört wurde. Am letzten Tag unserer Studienfahrt erkundeten wir Krakau. Die historische Altstadt mit dem zentralen Marktplatz (Rynek Główny) und das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz zeigten uns eine lebendige Stadt, in der Geschichte und Gegenwart eng miteinander verbunden sind. Nach den intensiven Eindrücken der vergangenen Tage war es bewegend zu sehen, dass jüdisches Leben und kultureller Austausch heute wieder sichtbar sind. Diese fünf Tage haben uns nicht nur fachlich weitergebracht, sondern uns auch persönlich geprägt. Wir haben gelernt, wie wichtig Erinnerungskultur ist und welche Verantwortung wir als junge Generation tragen. Die Studienfahrt hat uns gezeigt, dass Geschichte nicht nur aus Daten und Fakten besteht, sondern aus menschlichen Schicksalen – und dass es an uns liegt, dafür zu sorgen, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen.
Unser Dank geht auch an die GEW Duisburg für ihre finanzielle Unterstützung des Projekts.
Q2-Schülerin Rolyan




